Pulmologie
Pneumonie: Diagnose
Pneumonie
Definition
Akute oder chronische Entzündung des Lungenparenchyms, meist infektiöser,seltener allergischer, chemischer oder physikalischer Genese.
Einteilung
Klassifizierung erfolgt nach Erreger. Das Erregerspektrum ist abhängig von denUmständen, unter denen die Pneumonie erworben wurde.
Hauptformen
Einteilung nach Morphologie
- Bronchopneumonie (Vorkommen besonders bei Säuglingen und älteren Personen
- Lobärpneumonie (kruppöse Pneumonie)
- Interstitielle Pneumonie (sog. „Virus“-Pneumonie bei Mykoplasmen-, Chlamydien- und Rickettsien-Infektionen. Echte Virus-Pneumonien relativ selten)
- Spontan erworbene Pneumonien CAP (Community-Acquired-Pneumonia)
- Bis zu zwei Drittel der Fälle durch Pneumokokken verursacht.
- Pneumonie bei Immundefizienz, z. B. Pneumocystis-carinii-Pneumonie
- Bei Patienten >65 Jahre: Neben Pneumokokken spielen gramnegative Keime eine wichtige Rolle
(H. influenzae, Klebsiellen, E. coli) - Die Letalität bei CAP liegt bei 14 %.
- Prognose ungünstiger bei Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Alkoholismus)
- Nosokomiale Pneumonien NAP (Nosocomial-Acquired-Pneumonia), verursacht durch gramnegative Problemkeime, gelegentlich auch durch Pilze und Pneumozystis carinii. Erhebliche Gefährdung des Patienten durch reduzierten Allgemeinzustand und Resistenz der Erreger.
Ätiologie
siehe Therapie
Epidemiologie
- Pneumonien stellen unter den Infektionskrankheiten in den industrialisiertenLändern die häufigste Todesursache dar.
Risikofaktoren
Community aquired pneumonia: Risikofaktoren für Pneumokokken-Erkrankungen
Eine Infektion wird durch Abwehrschwäche begünstigt:
- Angeborene Immundefekte (Agammaglobulinämie oder IgG-Subklassenmangel, Komplementmangel)
- Erworbene Immundefekte (CLL, Plasmazytom, Lymphom, HIV-Infektionen, Neutropenie)
- Hypo- oder Asplenie (angeboren oder postoperativ bzw. Autosplenektomie bei Sichelzellenanämie)
- Verstärkte Exposition, Kinderbetreuungsstätten, Kasernen, Asylantenheime (Seniorenheime)
- Vorangegangene oder bestehende entzündliche Atemwegserkrankungen, Influenza, Asthma, Zigarettenrauchen, COPD
- Verschiedenes: Säuglings- und Greisenalter, Glukokortikosteroid-Behandlung, Unterernährung, Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Nierenversagen, Alkoholismus, Stress, Unterkühlung
Folgende Patienten sind zu Pneumonien durch andere Erreger (Klebsiellen, Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus) disponiert
- Diabetiker
- Alkoholiker
- multimorbide geriatrische Patienten
Neigung zu Rezidiven bei chronischer Bronchitis, Bronchiektasen, Herzinsuffizienz und Malignomen
Nosokomiale Pneumonien (NAP)
Klinische Risikofaktoren für die nosokomiale Pneumonie bei nicht beatmeten Patienten
Klinische Risikofaktoren
- Ernährungszustand
- Eingeschränktes Bewusstsein
- Rauchen
- Aspiration
- Schweregrad der zugrunde liegenden Erkrankung
- Thorax-/Abdomen-Operation
- Dauer des Krankenhausaufenthaltes
- Alter > 70 Jahre
- COPD
- Niederes Albumin
- Neuromuskuläre Erkrankung
H. Burgmann, Wiener Klinische Wochenschrift
Klinik
Symptome
- Husten, Auswurf, Fieber und Schüttelfrost, bei Pleurabeteiligung atemabhängige Thoraxschmerzen.
- Der typische physikalische Befund - Dämpfung, Bronchialatem, ohrnahe Rasselgeräusche - ist nur bei einem Teil der Patienten nachweisbar.
Diagnose
- Thorax-Übersichtsaufnahme (Rö.) bzw. -Tomographie
- Blutbild
- Erregernachweis (bei nosokomialer Pneumonie: quantitativer Nachweis der Erreger mittels Trachealsekret, bronchoalveoläre Lavage, protected brush)
Differenzialdiagnose
- Tuberkulöse Kavernen
- Tumoren - Einschmelzung nach Lungeninfarkt
- Lungenabszesse (verursacht durch Parasiten)
Radiologische Differentialdiagnose des pneumonischen Infiltrates
- Linksherzinsuffizienz
- ARDS
- Lungenblutung
- Pulmonalembolie
- Chemische Aspiration
- Fettembolie
- Lungenkontusion
- Medikamenten-Pneumonitis
- Neoplasie
- Kollagenose
- BOOP
- Barotrauma






